Krötenzaun zwischen Seelze und Almhorst zurück zur Projektseite

Im März 2000 wurde unsere Ortsgruppe darauf aufmerksam, dass in einem Teich in der Kleingartenkolonie östlich der L 390 Erdkröten und andere Amphibien ablaichen. Die Kröten müssen dazu die Straße überqueren, um zu ihrem Laichgewässer zu gelangen. Seither wird entlang der L 390 im Lohnder Holz ein Krötenzaun auf einer Länge von 400 m aufgestellt, der etliche Kröten vor dem Tod auf der Landstraße bewahren soll. Entlang des Zaunes sind ca. alle 15 m Fangeimer eingegraben, die regelmäßig von unseren Mitgliedern kontrolliert und geleert werden. Jährlich werden so rund 300 Kröten sicher über die Straße gebracht.
Bedingt durch die milden Temperaturen wurde der Zaun in diesem Jahr bereits am 14. Februar errichtet.

 
Die Erdkröte (Bufo bufo) - Verbreitung, Gefährdung und Habitatsansprüche
Die Erdkröte ist in ganz Niedersachsen verbreitet und stellt in vielen Gebieten die häufigste Amphibienart dar. In waldreichen Gegenden an geeigneten Standorten - vor allem größere Gewässer in Waldrandlage - sind Laichgesellschaften von bis zu mehreren tausend Individuen keine Seltenheit.
Bei der Wahl des Lebensraumes stellt die Erdkröte relativ unspezifische Ansprüche, bevorzugt werden jedoch Laub- und Mischwälder. Die höchsten Besiedlungsdichten werden dort gefunden, wo durch ein Aneinanderstoßen von Grenzen verschiedener Biotope oder durch einen niedrigen Deckungsgrad der Bäume krautreiche Übergangsbereiche ausgebildet sind. Die Erdkröte besiedelt aber auch die offene Landschaft und Siedlungsräume. Der Radius des Lebensraumes kann mehr als 2 km betragen.
Als Laichgewässer dienen vorwiegend größere, überwiegend besonnte, möglichst vegetationsreiche oder von Röhrrichtzonen umgebene Teiche und Weiher mit mehr als 50 cm Wassertiefe. Dazu zählen auch Altarme im Auenbereich. Obwohl die Erdkröten im allgemeinen als sehr laichplatztreu gelten, werden auch neu entstandene oder angelegte Gewässer, z.B. in aufgelassenen Abbaugruben besiedelt. Die Überwinterung findet in frostfreien, trockenen Bodenschichten (Spalten, Hohlräume, selbstgegrabene Löcher) statt.
Als eine Amphibienart mit großem Jahreslebensraum - BLAB (1986) gibt beispielsweise bis 2200 m an - ist die Erdkröte vor allem durch die weitere Zerschneidung der Landschaft mit neuen Verkehrswegen und durch die immer höhere Verkehrsdichte auf vorhandenen Straßen betroffen. Auch Nutzungsintensivierungen in der Land- und Forstwirtschaft beeinträchtigen den Bestand. Nach der roten Liste ist die Erdkröte in Niedersachsen jedoch derzeit nicht gefährdet.